Herz aus dem Takt

Das Brugada-Syndrom

 

 

10. Oktober 2017

Scheinbar kerngesunde Fußballer kippen auf dem Sportplatz plötzlich um und versterben. Dahinter kann das sogenannte Brugada-Syndrom stecken, das bereits bei den ersten Symptomen tödliche Folgen haben kann. Das Brugada-Syndrom ist eine der häufigsten Ursachen des plötzlichen Herztods. Weltweit beträgt die Häufigkeit durchschnittlich 1:2.000, wobei 90% der Betroffenen männlich sind.

Die meisten Betroffenen fühlen sich ihr Leben lang kerngesund und wissen nicht, dass sie schon seit ihrer Geburt einen gefährlichen Gendefekt in sich tragen. Die seltene Krankheit wird meistens vererbt und hat Herzrhythmusstörungen zu Folge, die Schwindel, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit verursachen können. In manchen Fällen kann ein Herz-Kreislauf-Versagen sogar den plötzlichen Tod zur Folge haben. Diese Herzrhythmusstörungen treten meist bei unter 40-Jährigen auf, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen.

Durch eine frühzeitige Diagnose, ist es möglich die Krankheit zu behandeln und so das Risiko eines plötzlichen Herztodes, meist mittels eines implantierten Defibrillators, deutlich zu senken. Der Defibrillator schockt das Herz, wenn es durch das Brugada-Syndrom aus dem Takt gerät. Der Einsatz eines Defibrillators erfolgt bei Betroffenen, die bereits unter schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen leiden oder schon ein Bewusstseinsverlust erfahren haben. Die implantierten Defibrillatoren sind nicht größer als eine Streichholzschachtel und werden im Brustbereich (transvenöse ICD) oder innerhalb der Achselhöhle (subkutanes ICD) eingesetzt. Dabei steht das subkutane ICD in keiner direkten Berührung mit dem Herzen oder den Blutgefäßen.

 

 

Abb.1: Transvenöses ICD. (Quelle: Webop.de)

 

 

 

Abb.2: Subkutanes ICD-System (S-ICD).

(Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein)

 

Da es allerdings möglich ist, dass Patienten ein Leben lang keinerlei Beschwerden haben, ist eine Diagnose, beziehungsweise die Verhinderung eines plötzlichen Herztodes, extrem schwierig. Die Ahnungslosigkeit der Betroffenen führt dazu, dass die Krankheit in den meisten Fällen erst nach einer scheinbar grundlosen Bewusstlosigkeit oder einem überlebten Event diagnostiziert wird.

Allerdings kann das Brugada-Syndrom bereits vor Auftreten von Symptomen erkennbar sein. Die für diese Krankheit typischen Veränderungen sind bei vielen Betroffenen mittels eines EKGs nachweisbar, noch bevor sie irgendwelche Beschwerden verspüren. Es gibt aber auch Fälle, in denen die EKG-Veränderungen nur phasenweise oder überhaupt nicht auftreten. Durch Verabreichung bestimmter Medikamente können die EKG-Veränderungen verstärkt und somit sichtbar gemacht werden. Das EKG bleibt in jedem Fall die einzige Möglichkeit das Brugada-Syndrom zu erkennen. 

Erfahren Sie mehr über die EKG-Veränderungen und die Erkennungsmerkmale in einem elektrokardiografischen Befund, sowie weitere detaillierte Informationen zu dem Brugada-Syndrom in unserem Fachartikel Brugada-Syndrom.

 

Quellen:

http://www.kardionet.de/das-brugada-syndrom

http://www.onmeda.de/krankheiten/brugada_syndrom.html

http://www.brugada-info.de

http://emedicine.medscape.com/article/163751-overview 

http://www.innere2-luebeck.uk-sh.de/Wir+über+uns/Leistungsspektrum/Elektrophysiologie/Herzschrittmacher_+_+ICD+und+CRT-p-6068.html

www.webop.de/implantation-eines-cardioverter-defibrillators-125/

 

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